Qualitätsmanagement: Nur die Besten kommen ins Regal

Unsere Schnuller, Fläschchen und Co. müssen nicht nur unser Bootcamp bestehen, wo wir sie quetschen, beißen, kochen und zu Boden werfen. Was wir unter Qualität verstehen, geht darüber hinaus.

Wenn eines unserer Produkte in Babyhänden landet, hat es bereits einen langen und beschwerlichen Weg hinter sich: Es wird begutachtet, bewertet, getestet und dabei nicht gerade mit Samthandschuhen angefasst – ganz im Gegenteil. Was es alles durchmachen muss, wissen zwei Personen besonders genau: Hortenzia Csiszár, Head of Compliance, und László Pungor, Head of Quality Management, aus unserem Produktionswerk in Ungarn.

Normenalphabet? Können wir auswendig.

Schon ganz am Anfang, in der Produktentwicklungsphase, kommt Compliance-Expertin Hortenzia ins Spiel: „Wir kümmern uns darum, dass das Produkt die MAM-Anforderungen erfüllt, bevor es in die Produktion geht. Dabei haben wir eigene Standards definiert, die über die international geltenden hinausgehen.“ Denn die weltweit strengsten Regelungen sind für MAM das Minimum und größtmögliche Sicherheit hat bei Babyprodukten oberste Priorität. „Wir beherrschen ein ganzes Normenalphabet. Um eine MAM-Norm definieren zu können, muss man die Unterschiede von Land zu Land kennen und immer up to date sein“, sagt Hortenzia. Das MAM-Know-how führt dabei auch außerhalb zu konkreten Ergebnissen. So wurden zum Beispiel die Babyflaschen-Norm EN 14350 und die Schnuller-Norm EN 1400 mithilfe von MAM entwickelt. 

 

Wie muss ein Babyprodukt beschaffen sein?

Laut der strengen MAM-Vorgaben darf es keine scharfen Kanten haben. Es darf nicht leicht durchzubeißen, aber auch nicht zu zerbrechlich sein und muss Gebrauchshinweise aufweisen. Wird ein neues Produkt entwickelt, landet der Prototyp rasch in den Händen von Hortenzia und ihrem Team, wo es auf diese Standards hin überprüft wird. Auch chemische Tests finden statt. Diese werden unter anderem von externen Laboratorien wie dem TÜV Süd und den Swiss Quality Testing Services durchgeführt. „Wir lassen die Materialien auf Schwermetalle sowie BPA und BPS, Phthalate und PVC überprüfen. Das sind Stoffe, die nicht in unseren Produkten zu finden sein dürfen“, erklärt Hortenzia.

 

Ab ins Bootcamp!

Geht das Produkt mit allen Regelungen konform, landet es bei László Pungor und seinem Team. „Unser Ziel ist es, die Produkte allen erdenklichen Arten von Belastungen auszusetzen, denn nur so können wir höchstmögliche Qualität erreichen“, sagt der Qualitätsmanagement-Leiter. Die Schnuller müssen dafür eine Woche bei 70 Grad im Ofen und zehn Minuten in kochendem Wasser überstehen. Die Fläschchen frieren wir ein, werfen sie gefüllt aus über ein Meter Höhe auf den Boden und waschen sie Hunderte Male im Geschirrspüler. Das MAM-Labor kann man sich als eine Art Bootcamp für Babyprodukte vorstellen. Übersteht der Schnuller oder das Fläschchen die Tortur, geht es weiter in die Serienproduktion. 

 

Dreistufige Qualitätskontrolle während der Produktion

Zuerst begutachtet dort das Wareneingangskontrollteam die frisch angekommenen Einzelteile – Kunststoffe, Kautschuk, Karton usw. Sind die Teile in Ordnung, folgt Schritt zwei: die Qualitätskontrolle während der Produktion. Um sicherzugehen, dass alles ordnungsgemäß abläuft, überprüft eine Maschine die Zugkraft jedes einzelnen Schnullers. Auch die Form und Oberfläche der Produkte werden mithilfe einer Digitalkamera genau begutachtet und die aufgedruckten Messskalen, Elefanten, Schmetterlinge und anderen Motive kontrolliert. „Bei den bereits für den Transport vorbereiteten Paketen prüfen wir dann, ob die richtigen Produkte in der richtigen Menge und Farbe enthalten sind und ob die EAN-Codes stimmen“, so László über den dritten und letzten Schritt. Ist alles in Ordnung, werden die Pakete zum Transport freigegeben – und schon bald können Mama- und Kinderhände die fertigen Produkte aus dem Regal ziehen. 

Normen

MAM geht teilweise freiwillig über folgende europäische ­Normen hinaus:

  • EN 14350: Norm für Babyflaschen
  • EN 1400: Norm für Schnuller
  • EN 12586: Norm für ­Schnullerketten
  • EN 12868: Norm für Artikel für Säuglinge und Kleinkinder
  • EN 14372: Norm für Besteck und Geschirr für Säuglinge und ­Kleinkinder 

Für System-Zertifikate ist das Qualitätsmanagement-Team verantwortlich. Bisher verfügt MAM Ungarn über die internationale Qualitätsmanagementnorm ISO 9001 und das Umweltmanagementsystem ISO 14001. ISO 50001, die Energiemanagementnorm, ist gerade in Begutachtung. Um die Produkt-­Zertifizierungstests für die USA und EU kümmert sich das ­Compliance-Team. Jährlich werden 100 bis 150 solcher Tests ­durchgeführt.